Dass der FC Schalke 04 ein Klub der Gegensätze ist, vor allem wenn es um die Erwartungshaltung im Umfeld sowie die realistische Einschätzung der Situation geht, ist nicht erst seit gestern bekannt. Bereits seit 1958 warten die euphorischen Anhänger in Gelsenkirchen auf die achte Meisterschaft der Vereinsgeschichte, allerdings bislang ohne Erfolg.

Das letzte Mal konnte die Mannschaft den Fans mit dem DFB Pokal 2011 etwas Zählbares präsentieren, damals noch mit einer Mannschaft, in der mit Manuel Neuer, Christoph Metzelder, Julian Draxler, Ivan Rakitic, Raul oder Klaas-Jan-Huntelaar eine Ansammlung von Spitzenkräften zu finden war.

Doch seitdem wartet ganz Schalke auf den nächsten Erfolg, woran sich unter anderem die Trainer Ralf Rangnick, Huub Stevens, Jens Keller, Roberto Di Matteo, André Breitenreiter und Markus Weinzierl versuchten. Nach Platz 10 in der Saison 2016/17 sahen sich die Verantwortlichen des FC Schalke, in Person des Managers Christian Heidel, erneut zum Handeln gezwungen und das vielleicht mit weitreichenden Folgen.

Denn mit Domenico Tedesco, der vom Zweitligisten Erzgebirge Aue verpflichtet wurde, legte man die Verantwortung diesmal in die Hände eines Newcomers, was sich in der Folge als der richtige Schritt erweisen sollte.

Tedesco, mit 31 Jahren der bislang jüngste Trainer in der Schalker Vereinsgeschichte, sorgte sogleich für neuen Schwung auf Schalke. So führte Tedesco den FC Schalke als Vizemeister zurück in die Champions League, was auch seinen Führungsqualitäten zuzuschreiben war.

Zwar schien es noch vor Beginn der Saison erneut Unruhe um Publikumsliebling Benedikt Höwedes zu geben, dem der Trainer keinen Stammplatz garantieren konnte, doch selbst davon ließ sich Tedesco nicht von seinem Weg abbringen und zog seine Linie knallhart durch. So verließ Höwedes den FC Schalke in der vergangenen Saison leihweise zu Juventus Turin und wechselte in diesem Sommer nach Moskau.

Sollte Tedesco seinen Weg aus der vergangenen Saison weiterhin so unbeirrt verfolgen, dann können die Fans auf Schalke in naher Zukunft vielleicht doch wieder auf einen Titel hoffen.